Netzwerktechnik
Mit der richtigen Auswahl und Kaskadierung der Netzwerkkomponenten lassen sich viele Netzwerk-Probleme schon im Vorfeld vermeiden.
Damit Sie eine Überblick über die in einem Netzwerk eigesetzten Geräte erhalten, stellen wir Ihnen diese etwas näher vor:
Repeater
Ein Repeater ist ein Gerät, dass elektrische Signale zwischen zwei Kabelsegmenten verstärkt. So durfte in einem 10Base-2 Netzwerk die Kabellänge 185 m nicht überschreiten, da ansonsten die Signalqualität zu schlecht wurde. Repeater teilten das Netz in einzelne Segmente auf und erhöhten so die mögliche Kabellänge. Da der Repeater alle elektrischen Signale weiterleitet - also auch Kollisionen - gehören alle daran angeschlossenen Stationen zu einer Collision Domain.
Innerhalb eines Übertragungsweges zwischen zwei Endstationen dürfen maximal fünf Kabelsegmente auftauchen, also höchstens vier Repeater eingesetzt sein. Von den fünf Segmenten dürfen maximal drei mit Endstationen versehen sein.
Ein Repeater mit mehreren Ports wird auch als Hub bezeichnet. Für Twisted-Pair-Verkabelungen mit kaskadierten Hubs lässt sich die obige Regel darauf reduzieren, dass zwischen zwei Endstationen maximal vier Hubs liegen dürfen.
Hub
Der Hub (engl. Achse) ist, hinsichtlich seiner Funktionalität,
das Pendant zum Repeater im Twisted-Pair verkabelten
Netz. Da er in der Regel 4, 8 oder mehr Ports besitzt,
kann man ihnauch als Multi-Port Repeater bezeichnen.
Ein Hub ist ebenfalls ein Gerät des OSI-Layers
1 und ist als solcher unsichtbar für andere Komponenten
im Netz. Hubs bilden zusammen mit dem Switch die Grundlage
für die weitverbreitete Baumtopologie im LAN.
Ein Hub verteilt die an einem Port ankommenden Signale auf alle weiteren benutzte
Ports. Die Verbindung von Hub zu Rechner ist hierbei jeweils nur einem Device
zugeordnet, d.h. der Hub bietet der angeschlossenen Station die volle Bandbreite
des Netzes bis zum Port. Innerhalb des Hubs werden oft besonders breite Busse
(Backplane) eingesetzt, um Übertragungsengpässe zu verringern.
Trotzdem bleibt ein Segment, daß über Hubs gebildet wird, ein shared
segment, da sich alle Stationen des Hubs ein Segment des LANs teilen.
Er teilt folglich ein Netz in physikalisch unabhängige Segmente, es bleibt
aber trotzdem die logische Topologie eines Busses erhalten. Daraus resultiert,
daß ein Hub nicht wie z.B. ein Switch die Netzkapazität erhöht.
Heutzutage besitzen Hubs mindestens einen zusätzlichen Port zum Anschluss
eines weiteren Netzsegments, z.B. eines zusätzlichen Hubs. Stackable Multiport
Hubs lassen sich über spezielle Ports zu einem grossen Stack zusammenschließen.
Bridge
Die Bridge ist ein Gerät des OSI-Layers 2. Sie kann LANs mit verschiedenen physikalischen Eigenschaften verbinden, z.B. Coax- mit Twisted-Pair-Netzwerken. Allerdings müssen hierbei alle Protokolle höherer Ebenen, d.h. von 3 bis 7, miteinander konform sein. Eine Bridge ist protokolltransparent. Eine Bridge arbeitet im Gegensatz zum Router nicht mit höheren Protokollen wie z.B. IP ( Internet Protocol ), sondern interpretiert die MAC-Adressen der Datenpakete.
Switch
Der Switch ist ein Gerät des OSI-Layers 2, d.h. er kann LANs mit verschiedenen
physikalischen Eigenschaften verbinden, z.B. Koax- mit Twisted-Pair-Netzwerken.
Allerdings müssen hierbei, ebenso wie bei der Bridge, alle Protokolle
höherer Ebenen, d.h. von 3 bis 7, identisch sein. Ein Switch ist protokolltransparent.
Ein Switch wird oft auch als Multi-Port-Bridge bezeichnet, da dieser ähnliche
Eigenschaften wie eine Bridge aufweist. Der Begriff "Switch" wurde
dem Hersteller Calpana eingeführt und hat sich etabliert.
Jeder Port eines Switches bildet ein eigenes Netzsegment. Jedem dieser Segmente
steht die gesamte Netzwerk-Kapazität zu Verfügung. Dadurch erhöht
ein Switch nicht nur die Netzwerk-Performance im Gesamtnetz, wie eine Bridge,
sondern auch in jedem einzelnen Segment.
Der Switch untersucht, ebenso wie eine Bridge, intern jedes Paket auf die
MAC-Adresse des Zielsegmentes und kann es direkt dorthin weiterleiten. Ist
das Paket aus
dem selben Segment für das es bestimmt ist, so wird es verworfen und nicht
erneut übertragen.
Der große Vorteil eines Switches lieg in der Fähigkeit seine Ports
direkt zu verschalten zu können, d.h. dedizierte Verbindungen aufzubauen.
Durch diese Eigenschaften ist der Switch ein beliebtes Instrument um ein
LAN zu unterteilen und so die Netzwerk-Performance zu verbessern.
Um diesen gewünschte Effekt zu erzielen, muß allerdings die Netztopologie
dem Switch angepaßt sein. Die Datenlast sollte möglichst gleichmäßig
auf alle Ports verteilt sein. Knoten die viele Daten übertragen, sollten
an einen eigenen Port am Switch angeschlossen werden. Ein solcher Port bildet
dann ein sog. exklusives Segment und wird oft für Server eingesetzt. Das
gleiche gilt auch für stark beanspruchte Kommunikationswege, z.B. zwischen
zwei Servern. Alle diese Überlegungen haben das Ziel, die Datenmenge,
die mehr als ein Segment durchlaufen muß, zu reduzieren.
Allgemein haben sich in der Switch-Technologie zwei Gruppen herauskristallisiert:
Cut-Trough
Beim Cut-through leitet der Switch ein Datenpaket weiter, sobald er den Header des Pakets mit der Adresse des Ziels erhalten hat. Dadurch entsteht nur eine geringe Verzögerung (Latenz) zwischen Empfangen und Weiterleiten. Andererseits können CRC-Fehler im hinteren Teil des Datenpakets nicht erkannt werden, so dass möglicherweise fehlerhafte Pakete beim Empfänger eintreffen. Während dies bei gesicherten Protokollen wie TCP oder IPX lediglich eine Retransmission des defekten Pakets auslöst, kann es bei ungesicherten Protokollen wie UDP oder NetBIOS zum Verbindungsabbruch führen.
Store-and-Forward
Solche Probleme behebt das Store-and-forward-Verfahren. Hier wartet der Switch zunächst, bis er das gesamte Paket empfangen hat. Jetzt lassen sich für das gepufferte Paket beliebige Filterfunktionen benutzen. Erst nach deren Anwendung leitet der Switch das Paket an den Zielport weiter. Allerdings verzögert sich dadurch die Weiterleitung je nach Größe des Datenpakets um wenige Millisekunden.
Ob nun die eine oder andere Switch-Technologie für das gegebene Netz günstiger ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, da beide Technologien Vor- und Nachteile haben.
Viele Switches arbeiten deshalb mit einer Mischung aus den beiden Verfahren. Solange nur wenige Kollisionen auftreten, kommt Cut-through zum Einsatz. Bei Überschreiten einer bestimmten Fehlerrate schaltet der Switch auf Store-and-Forward um.
Eine selten genutzte Variante ist das so genannte
Fragment-Free-Switching. Es arbeitet wie Cut-through,
nur dass es die Daten erst weiterleitet, wenn die ersten
64 Byte des Pakets fehlerlos angekommen sind. Der Grund
für dieses Verfahren ist, dass die meisten Fehler
und alle regulären Kollisionen innerhalb dieses
Zeitfensters auftreten.
Heute haben viele Switches schon Netzwerk-Management-Funktionen wie Router
und können über Simple Network Management Protocol (SNMP) per Software
konfiguriert werden.
Router
Ein Router kann alle Netze mit unterschiedlichen Protokollen
bis zur OSI-Ebene 3 miteinander verknüpfen. D.h.
er verbindet auch Netze unterschiedlicher Topologien,
aber die Adressierung der OSI-Ebene 3 (Netzwerk-Protokollebene)
muß einheitlich sein (z.B. IP). Router sind heute
Dreh- und Angelpunkt in strukturiert aufgebauten LAN-
und WAN-Netzen.
Bevor der Router ein Paket an ein angeschlossenes LAN oder WAN weiterleitet,
untersucht dieser die Adressangaben des Datenpakets, z.B. die IP-Adresse und
leitet die Daten in Abhängigkeit seiner Routing-Tabelle weiter. Er arbeitet
also nicht wie eine Bridge oder ein Switch mit den Adressen der MAC-Ebene.
Dies hat den Vorteil, daß ein Host nicht die MAC-Adresse des Empfängers
wissen muß, um diesem eine Nachricht zu übermitteln. Die Adresse
der Netzwerk-Protokollebene genügt. Durch die für das Routen notwendige
Untersuchung des Datenpakets erhöht sich die Latenzzeit der Daten im Router
selbst. Dies muß bei einer Entscheidung zwischen Router und Bridge unter
anderem berücksichtigt werden. Allerdings bietet der Router eine wesentlich
bessere Administrierbarkeit und auch eine Vielzahl von Möglichkeiten ein
LAN logisch zu unterteilen.
Die eigentliche Stärke von Routern liegt in ihrer Fähigkeit mittels Algorithmen (z.B. dem Load Balancing Algoritmus) den in der Regel bestmöglichen Weg für ein Datenpaket zum Empfänger aus seiner Routing-Tabelle zu wählen. Dieses weiterleiten von Daten heißt Routen.
Gateway
Gateways decken alle sieben Schichten des OSI-Referenzmodells
ab und ermöglichen die Verbindung von völlig
unterschiedlichen Systemen. Gateways werden z.B. eingesetzt,
wenn zwei inkompatible Netztypen verbunden werden sollen.
Z.B.:
TCP/IP-Systeme mit DECnet-Hosts oder IPX-IP Gateways auf Novell-Servern. Gateways
müssen hierbei nicht unbedingt reine Hardwarelösungen, sondern können
auch Softwaremodule sein. Es ist allerdings darauf zu achten, daß normalerweise
Hardware zwar schneller aber unflexiebler ist. Trotzdem ist die Latenzzeit
der Daten sehr hoch.
Gateways unterstützen auch kein Tunneling weil sie das jeweilige Protokoll
real in ein anderes umsetzen.
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