Funktionsweise des Prozessors
RISC und CISC
Grundsätzlich könne zwei verschieden Designkonzepte bei der Prozessorentwicklung unterschieden werden: RISC und CISC ( Reduced Instruction Set Computer bzw. Complex Instruction Set Computer). Erstellt man den Maschinencode für eine CPU , muss man sich entscheiden welche und wieviele Befehle implementiert werden. Dabei muß berücksichtigt werden, wie viele Register, also interne Speicherplätze eine CPU hat. Ziel ist es einen schnellen und gleichzeitig kompakten, schnellen Code zu erhalten. Dies sind jedoch zwei Forderungen die sich widersprechen.
Bei CISC-Prozessoren versucht dieses Problem wie folgt zu lösen: Die Befehle sind hier sehr "mächtig", d.h. es gib viele Befehle, die bei Aufruf komplexe Operationen ausführen. Das können zum einen komplexe Befehle wie für die Multiplikation und Division sein, es können aber auch Befehle sein die einige einfache Schritte in einer Routine zusammenfassen. Das hat den Vorteil, dass viele Programmbestandteile "ihren" Prozessorbefehl haben. Die Programme bestehen dann aus sehr vielen Befehlen, die es für Prozessorhersteller und Hersteller von Programmierumgebungen sehr schwer machen, noch alles "im Auge" zu behalten. CISC-Prozessoren sind daher eher "träge". Zu der Gruppe der CISC-Prozessoren zählen alle Desktop-Chips von Intel und dazu kompatible. Da Intel-Prozessoren einen Quasi-Standard darstellen, sind CISC-CPUs sehr verbreitet.
RISC ist ein anderer Ansatz den Maschinencode zu entwerfen.
Man beschränkt sich auf die wirklich notwendigen
Befehle, verzichtet also bewusst auf Befehle, die bei
CISC einem Programmierer das Leben erleichtern und
schneller ausgeführt werden. Sie sind dadurch
einfacher strukturiert und man kann mit ihnen theoretisch
eine höhere Leistung als mit CISC-Prozessoren
erreichen. Da RISC nun mehrere Befehle braucht, um
eine CISC Operation zu ersetzen, will man sowohl den
Mehrverbrauch an Speicher begrenzen, wie auch die Geschwindigkeit
steigern. Dies geschieht durch mehr Register in der
CPU, so dass man weniger oft auf den Speicher zugreifen
muss. Auch erlaubt die geringere Komplexität der
CPU mehr Register.
Dadurch kann man mehr Daten in den Registern halten
und braucht weniger Befehle die auf den Speicher
zugreifen. Der Speicherzugriff ist "teuer",
denn Speicher ist langsamer als die CPU und die Dekodierung
der Befehle braucht durch den zusätzlichen Speicherzugriff
länger. Zu den RISC-CPUs zählen viele neue
Rechner von Apple sowie leistungsfähige Server.
Allerdings
überschreiten heutige RISC-Prozessoren oft
die Grenzen der engen Definition und enthalten auch
komplexere Befehle. So wurde der Befehlssatz des
PowerPC-Prozessors, der von IBM und Motorola hergestellt
wird, durch eine Befehlserweiterung namens "AltiVec" ergänzt,
die in den PowerPC-Prozessoren spezielle Multimediafähigkeiten nachrüstet,
und beispielsweise in den Computern von Apple Verwendung
findet
Auf Grund des Geschwindigkeitsvorteil und der geringeren
Produktionskosten sollten RISC-Prozessoren eigentlich
weiter verbreitet sein. Da die RISC-Technik aber erst
wenige Jahre alt ist, haben sich inzwischen Intel-kompatible
CPUs etabliert. Da mit einem Wechsel der Prozessortechnik
sowohl der Wechsel einiger Hardware-Komponenten als
auch der Austausch sämtlicher Software verbunden
ist, haben sich RISC-Rechner nur im High-End-Bereich
durchgesetzt. Außerdem fördern Intel und
AMD durch Einführung neuer Prozessorbefehle wie
MMX und 3D-Now die CISC-Technologie. CISC-CPUs sind
verbreiteter denn je und ein Umschwenken ist nicht
zu erkennen.
Dieser Artikel:
Einleitung![]()
RISC und
CISC![]()
Der
Prozessorcache![]()
Leistung
und Taktfrequenz
Erweiterungen
des Prozessorbefehlssatzes![]()
Hyperthreading ![]()
Leistung
und Kühlung![]()
Sockeltypen![]()
Desktop-,
Server und Mobil-Prozessoren
Intel-Prozessoren
AMD-Prozessoren![]()
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