Hub-Architektur
Mit der Einführung der i8xx-Chipsätze versuchte Intel die Komponenten via sogenannter Hubs (=Radnaben) anzubinden. Eingeführt wurde diese Architektur mit dem i810 ("Whitney"). Im Gegensatz zum Bridge-System werden die Komponenten bei Hubs eher in einer Stern-Struktur angeordnet. Die verschiedenen Hubs sind jetzt untereinander nicht mehr mit dem PCI-Bus, sondern über das "Hub-Link Interface" verbunden, welches in der Version 1 bis zu 266MB/s an Daten transportieren kann, ab Version 2.0 sogar bis zu 1GB/s. Auch die E-Linie der Intel-Chipsätze folgt dieser Hub-Architektur.

Ein Beispiel-Diagramm des Intel-Chipsatzes i848 als typischer Vertreter für die Hub-Architektur . (Quelle: http://developer.intel.com/products/i/chipsets/848P/848p_ schematic.gif)
Die einzelnen Hub-Komponenten heissen jetzt MCH (Memory
Controller Hub), ICH (Input Output Controller Hub)
und FWH (Firmware Hub). Soll bei den Chipsätzen
i820 und i840 auch SDRAM angesprochen werden, (die
entprechenden MCH´s "verstehen" nur
RDRAM), muss zusätzlich noch der MTH (Memory Translation
Hub) integriert werden. Dieser ist laut Intel aber
sehr "rauschempfindlich" und brachte die
Systeme mit i820 und MTH zum Absturz oder Reboot (die
geplanten Systeme mit i840 und MTH kamen nie auf den
Markt).
Der MCH entspricht von den Aufgaben weitestgehend der
ehemaligen Northbridge. Es gibt jedoch zwei wichtige
Veränderungen: zum einen hat Intel den PCI-Arbiter
in den ICH verbannt, weshalb der Datentranfer zwischen
PCI-Karten und CPU oder zwischen AGP-Karte und Hauptspeicher
nur noch über das Hub-Link-Interface läuft.
Zum anderen hat Intel mit dem Whitney-Chipsatz eine
weitere Integration vorangetrieben: im MCH des i810
befindet sich gleichzeitig der Grafikchip, weshalb
Intel diesen speziellen Chip als GMCH (Graphics Memory
Controller Hub) bezeichnet.
Der ICH entspricht weitestgehend der früheren
Southbridge, ergänzt um den PCI-Arbiter. Da Intel
die Legacy-Free-Kampagne vorantreibt, wird systematisch
auf Legacy-Geräte verzichtet. Soll z.B. ein ISA-Bus
angebunden werden, ist dafür eine extra PCI-to-ISA-Bridge
zu verwenden; sie ist nicht mehr im ICH vorhanden.
Ein großer Erfolg für Intel war der i845-Chipsatz. Bis Ende 2003 war er trotz seines hohen Alters von knapp zwei Jahren noch immer ein Produkt, das in hohen Stückzahlen verkauft wurde - allen Bemühungen zum Trotz, i865(Springdale) und i875(Canterwood) zum Standard zu machen. Mit den i865, i875 und dem i845-Nachfolger i848 führte Intel dann das SATA-Interface (gleich mit Raid-Controller) in seine Architektur ein.
Mit Einführung der Intel Sockel 775 Plattform Mitte 2004, zu welcher entsprechende Pentium 4 Prozessoren sowie die neuen Chipsätze i915 "Grantsdale" und i925 "Alderwood" gehören, kam dann die Unterstützung für DDR2-Speicher und PCI-Express. An den MCH weird nun anstelle der AGP-Schnittstelle eine PCI Express x16-Schnittstelle angebunden, der ICH verwaltet 6 PCI-Ports, von denen 4 PCI Express x1-fähig sind.
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