Formate
Um die Bauform von Mainboards zu vereinheitlichen wurden im laufe der Zeit diverse Standards festgelegt. Anfangs waren das Baby-AT-, AT- und BAT-Format.

Motherboard im AT-Format, hier ein ASUS P/I-P55T2P4 mit Sockel 7. Der Prozessor liegt hinter den ISA und PCI-Slots.
Aktuelle Mainboards werden im ATX-Format (engl. Advanced Technology Extended) gefertigt. Der ATX Formfaktor wurde 1996 von Intel als Nachfolger für die bisherigen AT-Gehäuse eingeführt. Für kleine Gehäuse existieren mit Micro ATX (244x244mm), Flex ATX (229x191mm), Mini ITX (170x170mm) und Nano ITX (120x120mm) an ATX angelehnte Spezifikationen. Server-Mainboards für zwei Prozessoren verwenden das größere E-ATX-Format (330 x 305 mm).
ATX unterscheidet sich vom AT-Format durch mehrere Faktoren:
Normierung der Befestigungslöcher und ab Version
2.0 auch Normierung der I/O-Anschlüsse
Integrierung der I/O-Anschlüsse auf der Hauptplatine
selbst
" Drehung um 90°" gegenüber Vorgängerformaten,
d. h. Prozessor und Speicherbänke befinden sich
nun neben den Bussteckplätzen statt dahinter.
Lange Karten kollidieren nicht mit Kühlern oder
Lüftern.
Verpolungssicherer Netzteilanschluss für die Hauptplatine
Lüfter des Netzteiles kühlt ebenfalls den
Prozessor mit einem passiven Kühlkörper.
Während beim alten AT-Format der Einschaltknopf
direkt mit dem Netzteil verbunden (manchmal sogar verlötet)
war, ist er bei ATX am Mainboard angeschlossen. Dadurch
ist es möglich, dass der Rechner sich per Software
selbst ausschaltet. Es handelt sich jedoch nur um einen
"Soft-Off"-Zustand, das heißt das Mainboard
wird weiterhin mit einer Standby-Spannung versorgt,
die auch an Erweiterungskarten weitergegeben werden
kann. Dies ermöglicht Funktionen wie Wake-on-LAN
oder Wake-on-Modem, bei denen der "ausgeschaltete"
Rechner sich selbst wieder einschaltet, wenn über
das LAN ein spezielles "Aufwach-Paket" (Magic-Packet)
hereinkommt oder das Modem einen Anruf empfängt.
Auch zeitgesteuertes Einschalten des Rechners ist möglich.
Der AT-Standard kannte auf der Rückseite des Systems
praktisch nur einen Tastaturanschluss. Weitere Schnittstellen
mussten individuell im Gehäuse untergebracht werden.
ATX erlaubte es den Mainboard-Herstellern, diese Ports
in einem rechteckigen Bereich auf der Gehäuserückseite
anzuordnen. Wie sie den Platz nutzten, blieb den Herstellern
überlassen (obwohl die meisten dabei einem Grundmuster
folgten). Damit keine Löcher in der Gehäuserückwand
blieben, musste jedem Mainboard eine passende Blende
beigelegt werden.

Motherboard im ATX-Format, hier der Nachfolger des weiter oben gezeigten Mainboards, ein ASUS P/I-XP55T2P4 im ATX 2.0 Formfaktor mit Sockel 7. Der Prozessor liegt neben den PCI-Slots.
Die von ATX-Netzteilen über den 20-poligen Stecker gelieferte Energie reichte für neuere AGP-Grafikkarten und schnellere Prozessoren nicht mehr aus, daher wurden später zusätzliche vierpolige Stecker definiert.
Mit noch schnelleren Prozessoren (besonders den Pentium 4 Prescott Modellen der ersten Serie) und Grafikkarten stößt das ATX-Format an thermische Grenzen, so dass von Intel ein Nachfolger (das BTX-Format) definiert wurde.
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