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Kaufberatung Graphikkarten

Die Leistung einer Grafikkarte setzt sich im Wesentlichen aus den Faktoren Chip-/ Speichertakt, Speichergröße und – besonders wichtig - der Chiparchitektur zusammen.

 

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Taktraten

Die Faustregel lautet: Je höher die Taktraten des 3D-Chips und des Video-RAMs sind, desto mehr Leistung erreicht die Karte. Beim Videospeicher ist allerdings Vorsicht geboten: Oft geben Hersteller nicht die tatsächlichen Frequenzen an, mit denen sie den Speicher takten, sondern die effektive Taktfrequenz.
Die effektive Taktfrequenz wird nochmals mit dem Faktor 2 multipliziert. Der Grund: Da es sich beim Speicher um so genanntes DDR-RAM handelt, werden Daten zweimal übertragen, einmal mit ansteigender und einmal mit absteigender (Haupt-) Signalflanke.
Sollten Sie Zweifel an den hohen oder niedrigen Taktraten hegen,schauen Sie in unseren Listen zu den einzelnen Grafikchips nach, die Referenzangaben der Chiphersteller haben wir hier aufgeführt.

Videospeicher

Beim Video-RAM auf der Grafikkarte sollten Sie sich nicht allzu sehr von dessen Größe beeindrucken lassen. Zwar können aktuelle Spiele (Doom 3, Far Cry, Splinter Cell, usw.) mittlerweile über 128 MByte dieses Speichers für aufwändige Texturen, Grafikdaten oder komplexe Geometriedaten in Beschlag nehmen; um diese enorme Menge an Daten auch genügend schnell darzustellen, bedarf es jedoch auch genügend schnelle Chipsätze.
Es macht daher keinen Sinn, sich eine Mainstream-Grafikkarte mit enorm viel Speicher zu kaufen. Letztendlich zahlen Sie nur für den Speicher, ohne dass dieser für Ihre Spiele mehr Leistung bringt.

Speicheranbindung

Von größerer Bedeutung ist die so genannte Speicheranbindung der Grafikkarte. Dabei handelt es sich um physikalische Leitungen auf der Grafikplatine, die vom 3D-Chip direkt zum Video-Speicher führen. Üblich sind hier Speicherschnittstellen von 64, 128 und 256 Bit.
Hier gilt die wichtige Regel: Je mehr Leitungen – sprich Bitbreite – zwischen Grafikcontroller und Speicher vorhanden sind, desto effizienter und schneller läuft die Grafikkarte bei komplexen 3D-Berechnungen, wie sie etwa für aktuelle Spiele nötig sind.

Chiparchitektur und Pipelines

Ein moderner Grafikchip besteht hauptsächlich aus den Einheiten Vertex und Pixel Shader. Prinzipiell gilt: Während der Vertex Shader (Vertex = Dreieckspunkt) für Geometrie und Beleuchtungsberechnungen des 3D-Objektes im Raum zuständig ist, sorgen die Pixel-Shader-Einheiten für sämtliche Schattiereffekte. Sie verleihen letztendlich einem geometrischen Objekt, das bis dato nur aus reinen Dreieckspunkten besteht, sein lebensechtes Aussehen. Werden mehrere Vertex und Pixel Shader kombiniert, sprechen Experten von so genannten Vertex- oder Pixel-Pipelines. Je mehr Pipelines ein Chip besitzt, desto höher ist seine gesamte 3D-Performance.

Die Auswahl der passenden Graphikkarte

AGP oder PCI-Express

Wer noch ein älteres Mainboard besitzt, findet zwar noch eine Auswahl an AGP-Grafikkarten, neue Chips werden auf Karten für diesen Graphikport aber nicht mehr implementiert. Wer seinen PC nochmals aufrüsten möchte und dabei das Mainboard nicht tauscht findet unter den AGP-Karten echte Boliden zu günstigen Preisen. PCI-Express Grafikarten kommen inzwischen in allen moderen PC zum Einsatz.

 

Office & Budget-Grafikkarten

Wer keine Spiele spielt und den PC wirklich nur im Büro benutzt, kann sich nach einer günstigen Office-Grafikkarte umschauen. Wichtig ist bei diesen Grafikkarten ein sauberes 2D-Bild, möglicher Zwei-Monitor-Betrieb, und eine leise, am besten passiv Kühlung. Bei Einsatz eines neueren TFT-Displays sollte man auf einen DVI-I-Anschluss achten. Eher unwichtig ist hingegen die 3D-Geschwindigkeit einer Office-Grafikkarte. Gute Office-Grafikkarten gibt es schon ab 50 Euro, meist mit Nvidia Geforce 6200 bzw. Geforce 6600 oder mit dem X1300 Chipsatz von ATI. Günstig und gut sind auch die neu auf dem Markt erscheinenden Modelle mit Geforce 7300GS-Chip.

Wer nicht die neuesten aufwändigen Shooter, Sport-Games oder Simulationen spielt, kann beim Grafikkartenkauf ebenfalls etwas sparen. Allen, denen ein spaßiger Abend mit älteren Spielen reicht (oder die bei neuen Spielen durchaus bereit sind, Qualitätseinbußen hinzunehmen), müssen bei dem Kauf einer neuen Karte mit einer Investition von etwa 100 Euro rechnen. Empfehlenswert sind hier Grafikchips der "Radeon X800"-Serie oder die "Radeon X1600 " von ATI. Die Alternative von Nvidia heißt "Geforce 7600GT" oder ältere Modelle mit "Geforce 6600GT". Interesseant für den Einsatz im Büro oder Wohnzimmer sind Modelle mit passiver Kühlung. Der PC wird leiser, da das Lüftergeräusch der Grafikkartenkühlung wegfällt.

Midrange-Grafikkarten

Die Mittelklasse-Karten bieten für rund 200 Euro schon viel 3D-Power. Hier kann man beispielsweise auf Karten mit "Radeon X800 XL " oder "Radeon X800 GTO "-Chipsatz setzen. Die Alternative von Nvidia heißt "6800GS". Hier sollte die Wahl auf die wesentlich schnellere "GS-Version" fallen. Sie arbeitet mit einem höheren Speicher- und Chiptakt. Auch im Bereich der Mittelkasse-Graphikkarten gibt es einige passiv gekühlte Modelle. Zu empfehlen wäre hier z.B. die Asus Extreme AX800 Silencer oder die Sapphire Radeon X800 GTO Ultimate.

Wer zu einer Grafikkarte dieser Preisklasse greift, kommt flüssig durch die gängigsten 3D-Shooter wie "Battlefield 2", "Rainbow Six: Lockdown " oder "Far Cry" und kann Rennspiele wie "Need for Speed Most Wanted", "Moto GP - Ultimate Racing Technology 3" oder "Grand Theft Auto: San Andreas " ohne Ruckeln zocken. Wer auch für zukünftige Games gerüstet sein will, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen und sich den Kauf einer High-End-Karte überlegen.

High-End

Für Gamer gilt: AGP ist noch nicht abgeschrieben, aber schon "out", sprich es kommen keine neuen AGP-Karten mehr auf den Markt. Wer noch ein altes Board hat, der kann ohne einen Leistungsverlust zu befürchten noch eine High-End-AGP-Grafikkarte nachrüsten. Diese gibt es mit den leistungsstarken "X800 Pro" und "X800XT"-GPUs von ATI wie auch mit Nvidias "Geforce 6800 Ultra". Zu empfehlen sind beispielsweise die "X800 XT PE " von Sapphire oder die "NX6800U-T2D256" von MSI. Beide Karten kosten derzeit etwas über 350 Euro, sind aber fast nicht mehr lieferbar.

Modere Chipsätze gibt es nur für den Einsatz auf PCI-Express-Boards - für den identischen Preis. Das derzeitige Top-Modell ist der "Radeon X1900XT"- oder der Nvidia Geforce 7900GTX-Chipsatz. Beide gibt es nur für die PCI-Express-Schnittstelle.

Eine kostenintensive Lösung für noch mehr Grafik-Leistung bietet SLI. Das Scalable Link Interface, ermöglicht den paarweisen Betrieb von zwei Grafikkarten. Man benötigt ein SLI zertifiziertes Motherboard mit zwei pci expressPCI-Express x16-Slots und zwei SLI fähige PCI-Express-Grafikkarten. Anfänglich war zum Verbinden der Karten eine spezielle SLI-Bridge (zu deutsch "Brücke") nötig, so dass nur bestimmte Grafikkarten miteinander verbunden werden konnten, die diesen Anschluss besaßen. Zwischenzeitlich hat pci expressNvidia SLI auch für Karten ohne diesen Anschluss ermöglicht. Der notwendige Datenaustausch zwischen den Karten wird dabei über PCI-Express abgewickelt. Da dieser in der Bandbreite begrenzt ist, macht diese Art von SLI nur bei relativ langsamen Grafikkarten Sinn, schnellere sollten nach wie vor über die SLI-Bridge verbunden werden. SLI funktioniert nur mit identischen Grafikkarten, diese sollten möglichst vom gleichen Hersteller, möglichst mit gleicher BIOS-Version sein.

 

 

 

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